Archiv für den Monat: Juli 2015

Lapidarium

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Die Hitze der letzten fünf Tage. Sie ist erbarmungslos. Fast nackt sitze ich vor dem Rechner. Die weissen Gardinen bedecken die gesamte Fensterfront. Penetrante Helligkeit dringt durch. Ich bin froh nicht arbeiten zu müssen. Andere Schweine müssen. Ihr Pech. Ich nicht. Ich verbringe meine freien Tage in einem Raum umgeben von weissen Wänden. Ich schliesse das Fenster, den die trockene Luft draussen wird im Zimmer zum Risiko. Wieder am Platz trinke ich lauwarmen Kaffee. Das Getränk macht mir keine Schwirigkeiten bei diesen Temperaturen. Das mag ich so an Kafee. Solide und Konstant. Egal ob im Frühling, im Winter, im Sommer; das Getränk bleibt sich treu. Der Geschmack, mir so bekannt und unverändert. Die Katzen haben ihre Methoden dem Tageslicht aus dem Wege zu gehen. Manchmal suche ich sie auf, kopiere ihre Methoden. Sie haben es gut unterm Bett.

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Es existieren über 1 Milliarde Websites und ca. 25% davon werden aktiv betrieben.

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Die Menschen möchten weniger Europa. Es ist ihnen einfach zu viel. Das Europa in die Bedeutungslosigkeit abrutscht, ist ihnen egal. Wie so oft. Die Menschen solidarisieren sich kaum, weil es um ihr Geld, ihre Arbeit und ihren Fleiss geht, welches wie so oft, nicht genügend belohnt wird. Nun muss das Modell Europa dran glauben und OXI – eine Schelle für Gläubiger – wird zum Symbol.

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Irgendwo gelesen: Fasten heilt Krankheiten.

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Ich habe meinen Schlüssel auf der Arbeit liegen gelassen. Als ich vor der verschlossenen Wohnungstür stand, ratlos vor mich hinblickte, hastig voller Hoffnung alle Taschen durchsuchte, mehrmals, fiel es mir wieder ein: vielleicht auf der Arbeit liegen gelassen? Fakt. Bitter. Ich setzte mich auf die Treppe, schnaufte kurz durch, liess den Kopf hängen, schloss kurz die Augen. <<< Ratter, ratter.>>> Die Panik am Anfang ist schon längst gewichen, sie hat Platz gemacht für die Erkenntnis. Unweigerlich musste ich an die Redensart denken: was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen. Komisch wie man sich an leere Chancen klammert, sich an Hoffnungen festbeisst, bloss um die Realität auszublenden. Warum hat uns die Natur Selbsttäuschung mit auf den Weg gegeben? Was tun jetzt? Warten bis jemand kommt? Vielleicht, doch das könnte sich hinziehen. Zurück zur Filiale? Zurück? Ganz sicher? Den ganzen Weg nochmals bestreiten? Und bedenke Grosser: die volle Bahn. Der Streik. Das Ticket. Die Menschen. Willst du das alles auf dich nehmen? Ich durchsuche zum allerletzten Mal alle Taschen am Körper. Natürlich vergebens. Verdammt, denke ich mir. Kopf! Du sollst mir doch helfen, gemeinsam mit mir Strategien entwickeln, eine Entscheidung fällen, und was tust du stattdessen? Du stellst Hürden auf! Abwegen, organisieren, Risiken berechnen, Zeitaufwand beachten. Ich bin auf einer gottverdammten Mission im Niemandsland. Am Ende siegt die Eigeninitiative (Vernunft) und eben das, was mir als erstes durch den Kopf schoss – zurück zur Filiale! Ich bin ein gottverdammter Navy Seal.

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Instagram hat mein Leben ruiniert.

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Beim BFC gewesen, dank Freikarten von Jan. Schönes Stadion. Angenehm. Vereinsfarben auch gut. Fühlte mich wohl. Das Gelände übersichtlich. Familiär. Schrebergarten Atmosphäre. Ich mag das. Würde ich hier leben, wäre es mein Traumverein. Wir sitzen beim harten Kern. Vor mir ein Zaun, hinter mir sitzend: Ostler. Ich kann ihre Gespräche hören, doch ich höre lieber weg.

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This is my new favorite song. There are many like it, but this one is mine. My new favorite song is my best friend. It is my life. I must master it as I must master my life. Without me, my new favorite song is useless. Without my new favorite song, I am useless.

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Die Prinzipien der menschlichen Dummheit

Dies sind kurzgefasst die fünf fundamentalen Gesetze bzw. Prinzipien der Dummheit, die Cipolla satirisch in seinem Werk „Die Prinzipien der menschlichen Dummheit“ beschreibt:

  1. Stets und unvermeidlich wird die Zahl der im Umlauf befindlichen dummen Individuen unterschätzt.
  2. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Person dumm ist, besteht unabhängig von jeder anderen Eigenschaft dieser Person.
  3. Eine dummer Mensch ist jemand, der einer anderen Person oder einer Gruppe von Personen Schaden zufügt, ohne selber dabei Gewinn zu erzielen und dabei u.U. sogar zusätzlichen Verlust macht (das sogenannte „goldene Prinzip“).
  4. Menschen, die nicht dumm sind, unterschätzen stets das Gefährlichkeitspotential dummer Menschen. Vor allem vergessen Menschen, die nicht dumm sind, ständig, dass Verhandlungen und/oder Verbindungen mit dummen Personen zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort und in jedem Fall sich unweigerlich als teurer Irrtum herausstellen werden.
  5. Eine dumme Person ist der gefährlichste Typ aller Personen.

Seine Conclusio: Die Dummheit richtet mehr Schaden an als Verbrechen.

 

 

Don’t Vote

http://www.quinnnorton.com/

…Yes, I am saying please don’t throw your vote away in our corrupt ballot boxes. Instead vote everyday, not just one day in November. Vote with the stuff of your life. Vote like your life, and your opinions matter — because they do. zum Artikel