Archiv für den Monat: Mai 2015

Schon vergessen?

Edward Snowden, Angestellter einer Regierungsbehörde, er ist mutig, steht zur US Verfassung, er hat ausserdem Geheimnisse preisgegeben, da seiner Meinung nach die Vereinigten Staaten den Boden der Werte und Rechte verlassen haben. Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, sowie Glaubens und Gewissensfreiheit. Heute drohen die Staaten jedem Land, dass sich für Snwoden eangagiert, mit Stress. Bedeutet also: mutiges handeln wird unterdrückt.

Edward Snowden hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, um uns aufzuklären. Der hat uns, der breiten Masse, was über unsere Regierung erzählt, das hätten wir ohne ihn schlicht nie so erfahren. Er hat eine Transparenz hergestellt die notwendig war. Wir sollten darüber informiert werden, was mit unseren Informationen passiert. Das war die Motivation seiner Tat.

Wie aus einer anderen Welt: 1987 plante die damalige Bundesregierung eine Volkszählung. Gesagt getan. Doch mit einem Faktor rechneten sie nicht: mit dem gemeinen Bürger. Tausende gingen damals auf die Strassen. Es gab Bürgerinitiativen, bundesweite Aktionen, Demonstrationen. Dem Deutschen war diese geplante Volkszählung deutlich zu viel Eingriff in die Privatsphäre. Also stellte man sich quer, getreu dem Motto: Ich werde nicht gezählt! Schliesslich, nach einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wurden die Pläne der Regierung über Bord geworfen. Die simple Urteilsbegründung des höchsten Gerichts: den Bürgern steht das alleinige Recht zu über Preisgabe und Verwendung ihrer persönlichen Daten zu bestimmen.

 

 

Sie wissen sicher, der heilige Thomas (von Aquin) wurde von seinen Mitbrüdern der stumme Ochse genannt. Ein schwerer Mann, von ungewöhnlicher Körpergröße und mit einem mächtigen Gesäß, der schweigend das Essen und das Wissen in sich hineinschaufelte. Als er nun eines Tages im Refektorium Platz genommen hatte, und zwar auf einem Platz für zwei – man hatte für Thomas eine Armlehne heraussägen müssen –, da rufen ihm die Brüder zu, draußen fliege ein Esel vorbei. Und was macht der heilige Thomas? Er läuft ans Fenster und schaut hinaus. Und als die lustigen Brüder sich totlachen wollen, sagt er, zu seinem Essen zurückkehrend: ihm sei es wahrscheinlicher vorgekommen, dass ein Esel fliege, als dass Mönche lügen. 

Der fliegende Esel – Uwe Timm

Dienste, welche Esel-Arbeit erfordern, werden gewöhnlich mit spärlichem Zeisig-Futter belohnt; – und umgekehrt erhalten die, welche kaum Zeisigs-Arbeit erfordern, Elefanten-Futter.

Aus «Weisheits-Sprüche und Witzreden aus Johann Georg Hamann’s und Immanuel Kant’s sämtlichen Schriften – auserlesen und alphabetisch geordnet mit einleitenden Charakteristiken beider Männer von Thadd. Anselm Rirner, Professor der Philosophie, Amberg 1828»

Oh Schreck! Neulich im Traum

Als ich mein Zimmer betrat, erschrak ich. Ein ausgewachsener schwarzer Panther lag unterm Schreibtisch. Ich blieb stehen. Das Tier bemerkte mich sofort. Wir sahen uns an. Gelbe gegen blaue Augen. Alles klar, es war definitiv stärker, es richtete sich auf, begann zu fauchen. Jetzt entdeckte ich auch ihre Jungen. Nackt, ohne Haare, mit geschlossenen Gliedern lungerten sie unter ihrer Mama, sichtlich not amused über die Störung. Das alles mitten in meinem Zimmer, gleich unter dem Schreibtisch, die Höhle des Löwen. Mein Blick ging kurz zum Fenster - sperrangelweit offen – ich begriff, habe es so offen gelassen, die ganze Nacht, das Ergebnis liegt nun auf dem Teppich und ich bin die Bedrohung.

Die Mama fokussierte mich. Ich war wie festgefroren. Jede falsche Bewegung kann mich meinen Kopf kosten. Am besten nicht atmen. Ich überlegte kurz. Schliesslich kam die zündende Idee: raus aus dem Zimmer, über die Türschwelle, und schnell die Tür zuknallen. Dies setzte ich um, als kurz vor dem Knall, so urplötzlich, die Hauskatze von Jan blitzschnell über die Schwelle sprang, so im letzten Moment. Als sich die Tür schloss, realisierte ich was passiert war. Ich wurde noch bleicher als schon zuvor. Warum tat sie das?! Kurze Denkpause. Das schlimmste schoss mir durch den Kopf. Das wird sicherlich kein fairer

Fight. Schnell öffnete ich wieder die Tür, die Hauskatze stand mittlerweile vor dem Panther. Mickrige drei Meter trennten sie, und als wolle das Kätzchen das Fremde Tier gegenüber ausschnüffeln, teils naiv, teils vorsichtig, begann es auf die Bestie zuzugehen. Ich fasse es nicht! Warum war das Tier so dumm? In Reichweite zum Kätzchen holte die Panther Mama ganz langsam aus, sie fauchte nicht mehr, und streichelte sanft mit einem gezielten Hieb den Rücken der Hauskatze. Es sah alles so lieb aus, doch mit dem Ende dieser eleganten Bewegung, erkannte ich die wahre Absicht dahinter, das war kein Klaps, das war ein Hieb! Es flog ein Stück Fleisch heraus. Ich sah schnell weg, für mich war das genug. Kein Spass mehr, die Situation war toternst. Wie soll ich den beiden Besitzern das erklären? Ihre Katze ist tot! Sie haben mich doch mit ihrem Vertrauen belohnt, auf Katzen und Haus aufzupassen, und jetzt befindet sich ein Panther samt Nachwuchs in der Wohnung und wir haben schon einen Toten zu beklagen. Schnell wieder raus aus dem Zimmer. Keine Zeit für Trauer. Tür zu! Ins andere Zimmer rüberrennen. Tür zu! Kurze Pause. Überlegen, überlegen, nachdenken, nachdenken! Lebt sie noch? Komm schon Kula, komm schon! Lass dir was einfallen. Ich klappere die Taschen ab, finde ein Handy, dieses iphone, meine Hand zittert, nach etlichen Versuchen überliste ich die Tastensperre, die Daumenbewegung auf dem Screen wird zu Tortur. Ich treffe die Zahlen nicht richtig, da der Daumen zu dick ist, ich bin aufgeregt. Nichts klappt. Dann gelange ich doch noch ins Kontaktmenü. Jetzt nur noch unter J den Jan heraussuchen. A, B, C… Nein, nicht M! Du bist zu weit! Hoch! Wieder hochscrollen! Horror! F, G, H, J. Da! J! Endlich. Dann bin ich wieder aufgewacht.

LIVE set // KULA // RAINER