Archiv für den Monat: April 2015

take care of your words Mr. Comey

FBI. Der oberste Boss der Behörde. James Comey. Er hält eine Rede im Holocaust Museum in Washington. Wenig später wird seine Rede auch in der Washington Post veröffentlicht. Darin gibt er Polen und anderen Ländern eine Mitschuld an dem durch die deutschen Nationalsozialisten begangenen Völkermord an den Juden.

In their mindsthe murderers and accomplices of Germanyand Polandand Hungaryand so manymany other places didn’t do something evil, Comey wrote. They convinced themselves it was the right thing to dothe thing they had to do. That’s what people do. And that should truly frighten us.

Ein Mann in seiner Position, das ist so unglaublich, sein Geschichtsverständnis, seine Kenntnisse, alles Mist. Herr Comey, es gab im Krieg Regierungen, die mit Nazis kollabierten und somit gezielt halfen Juden in Konzentrationslager zu übersenden. Polen wurde am 01.09. 1939 überfallen. Polen hatte dadurch auch keine eigene Regierung mehr im Land (Exilregierung in London). Bedeutet also: Polen war besetztes Territorium. Es existierte faktisch zu der Zeit nur noch auf Karten. Die Nazis herrschten. Es herrschte Terror von Weichsel bis Bug. Ihre irre Ideologie in der Praxis konnten sie in Polen frei ausleben. Sie vernichteten wie es ihnen passte. Sicherlich gab es auch Polen, die unter Terror der Okkupanten, aus Gier oder einfach aus Angst das eigene Leben zu verlieren, Juden verraten, ermordet haben (Jedwabne). Bestreitet niemand, jedoch waren diese Taten nicht für die deutsche Politik von damals verantwortlich. Polen verlor im Krieg 1/5 seiner Bevölkerung. Die junge Republik war Opfer des Terrors mit all seinen hässlichen Fratzen. Jan Karski, der vergebliche Holocaust Aufklärer, der Erste der im weißen Haus, schon von systematischer Judenermordung sprach, genau Fälle schilderte, und das im Jahre 1942! Niemand wollte ihm so recht glauben, selbst Roosevelt hielt seine Schilderung für übertrieben.

Und heute? Es ist daher unfassbar, als Träger eines solch hohen Amtes, als Chef einer Behörde, die es sich zu Aufgabe macht Fanatiker aus dem Weg zu räumen, so viel Unkenntnis von dem Thema zu haben. Geschichtsverfälschung. Sechs! Setzten!

Immer wieder in der Vergangenheit musste sich Polen gegen falsche Behauptungen, gegen Geschichtschauvinismus, zu Wehr setzten. So sprach während einer Veranstaltung vor Monaten Barack Obama gar von polnischen Konzentrationslagern. Damals, und zu Recht, empörte sich das ganze Land gegen so unbedachte öffentliche Formulierungen. Es regnete Entschuldigungen. Ein Armutszeugnis. Comeys Artikel in der W.P.

Schande

 

Das Mittelmeer ist voller Leichen. Sie liegen auf dem Meeresboden. Auf dem Grund, tief unten. Sie haben keine Namen, keine Gesichter, keine Geschichte mehr zu erzählen. Das Grausame ist nicht mehr so schlimm grausam, wenn man die Toten nicht sehen kann. Nur eine Zahl lässt erahnen welch Unglück Europa zu verantworten hat. Zahlen haben einen Vorteil, man vergisst sie weniger als Unglücke. 700. Dies ist die jüngste Zahl, die sich in die Gehirne der Europäer einbrennen sollte.

Was hat sich eigentlich geändert seit dem Unglück von Lampedusa? Richtig, nichts! Die Krisen und die Kriege im Mittleren Osten, in Libyen, in Syrien, haben den Zustrom an Menschen kräftig erhöht. Es war jedem unmissverständlich klar, – es werden nicht weniger. Es war ebenfalls bekannt, dass Italien mit dieser Aufgabe überfordert sei. Die Europäische Union hat sich bedacht darauf konzentriert ihre Außengrenzen zu festigen, anstatt Menschen andere Optionen als den einseitigen Deal mit gierigen Schleusern anzubieten, demnach hat sie einen bedeutenden Anteil am tot der Immigranten. Schon die befestigte Grenzanlage zum Schutz vor Menschen aus Mexiko hat gezeigt, dass der Flüchtlingsstrom in die Staaten nicht geringer wird wie vermutet, nein, viel mehr suchen die Schlepper nach Alternativrouten. Was also bringt eine Mauer? Immerhin, die aktuelle Zahl – 700(!) – könnte den europäischen Behördenalltag ein wenig beschleunigen, zum Beispiel Gesetzesentwürfe fixer zu Abstimmung zwingen, und weshalb eigentlich, liebe EU, kann ich nicht schon vor der Überfahrt Asyl für Europa beantragen?

Der Fluch des Horns

Das letzte männliche Tier der Gattung Breitmaulnashorn (nördlicher weißer Nashorn) steht in der Savanne und frisst Gras. Soldaten mit Gewehren haben es umstellt. Demonstrativ wird Entschlossenheit und Beschützerinstinkt gezeigt. Viel zu spät. Beinahe der gesamte Bestand wurde durch skrupellose Wilderer ausgemerzt 110 Jahre nach der Entdeckung. Der Fluch des Horns. Ein Männchen und drei Weibchen sind übrig. Ob sie wohl wissen, dass sie die Letzten sind? Genüsslich mampfen sie die Pflanzen. Ihr Gesichtsausdruck gleichgültig erhaben. Scheinbar so, als ob sie viel mehr wüssten wie uns lieb ist. Diese Ruhe inmitten dieses Genozides. In der freien Natur haben Rhinozeros keine natürlichen Feinde. Nichtsdestoweniger ist uns Penis und Horn wichtiger.

Lapidarium

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Früher oder später erfindet jeder eine Geschichte, die er für sein Leben hält.

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Über das gehen: schlendere wie ein Kamel das dabei wiederkäut, genau so kannst du beim gehen deinen Gedanken nachhängen.

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Putin spricht mit den Bürgern des Landes. Live. Das macht er schon seit 14 Jahren so. Die Fragen werden ins grosse, gut beleuchtete Studio übertragen. Die Menschen, zugeschaltet und projiziert auf einen riesigen LCD Bildschirm, dürfen von Angesicht zu Angesicht ihrem Präsidenten Fragen stellen. Er beantwortet akribisch alle Fragen. Die besorgten Bürger sind zufrieden und beruhigt. Putin, ganz im Fokus und optimistisch, prognostiziert Hoffnung, sieht Sanktionen als Vorteil für sein Land, – bereits in zwei Jahren werde man von der Krise nichts mehr spüren. Russland und die Realität. Der stille Ozean der eigenen Einsamkeit. Warum ist man in der Lage seine eigene Isolation so gekonnt zynisch zu überspielen, wie sonst, ausser man ist nicht klar bei Verstand, kann man behaupten Russland hege keine imperialen Ambitionen, wenn zeitgleich und kontinuierlich russische Kampfjets den Luftraum mehrerer Länder verletzen, fragt die Balten, die singen euch ein Lied davon. Aber immerhin, das erwähnt er, kein Vasall der Vereinigten Staaten sondern ein unabhängiges souveränes Land sei man. Man hat irgendwie das Gefühl jeder Bürger des Riesenreiches ist zu Wort gekommen an diesem Tag, in den vier Stunden auf Sendung. Die Babuschka, der Arbeiter, der junge Student. Der Durchschnittsrusse. Was hätten sie ihn wohl gerne wirklich gefragt? Ihm ins Gesicht gesagt? Der Mensch in Russland schweigt eben und erträgt.

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Aus dem Film Stalker: Schwäche ist etwas grosses und Stärke gering. Wenn der Mensch geboren wird ist er schwach und biegsam, wenn er stirbt ist er fest und hart. Wenn ein Baum wächst ist er zart und biegsam, aber wenn er trocken und starr wird, stirbt er. Härte und Stärke sind Gefährten des Todes. Biegsamkeit und Schwäche bekunden die Frische des Seins, deshalb kann nichts siegen was verhärtet ist.

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Ich verbringe mehr Zeit damit nach Material für geeignete Filter zu suchen, als damit für eine Mahlzeit zu sorgen.

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betathome titelt am Ende ihrer beschissenen Werbung mit grossen Lettern: das Leben ist ein Spiel. Diese Vollidioten!

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ah – aha – aha – aha

Der Eselspinguin (Pygoscelis papua), seltener auch Rotschnabelpinguin genannt, ist eine Pinguin-Art in der Gattung der Langschwanzpinguine (Pygoscelis). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1781 durch Johann Reinhold Forster anhand eines auf den Falklandinseln getöteten und anschließend nach London mitgebrachten Exemplars. Eselspinguine sind die schnellsten Schwimmer unter den Pinguinen, sie erreichen dabei bis zu 27 km/h (nach anderen Quellen bis zu 36 km/h). Der Eselspinguin gilt auch als scheueste bekannte Pinguinart. Seinen Namen hat er vom eselsartigen Geschrei, mit dem vor Eierdieben gewarnt wird und das auch während der Paarungszeit zu hören ist. Eselspinguine sind an Land sehr ruffreudig. Der Kontaktruf ist kurz, abgehackt und dunkel. Zu den Rufen, die während der Fortpflanzungszeit geäußert werden, gehören die lauten trompetenartigen Rufe, die zu der deutschsprachigen Bezeichnung Eselspinguin geführt haben. Rufende Vögel strecken ihren Kopf und Hals nach oben und lassen dann eine sehr regelmäßige Serie aus vier bis fünf Silben zu hören. Der Ruf wird lautmalerisch mit ah – aha – aha – aha umschrieben.

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