Archiv für den Monat: August 2014

ich kann es nicht mehr hören

Sie haben es satt. Den Schuldkult um den Holocaust. Sie wollen es nicht mehr hören und verschränken die Arme. Nicht schon wieder bitte, sie sagen, das war nicht ihre Zeit. Sie wollen es weghören. Die ewige Erinnerung an die Deutsche Schuld. Immer wieder. Anstrengend und lästig ist es, manchen auch überflüssig. Der Massenmord wird als nervend empfunden. Der Schwung mit der Nazikeule längst veraltet. Die meisten glauben, dass wir hinreichend geschützt sind, dass so etwas wie der Holocaust sich nicht ein zweites Mal wiederholt. Sie glauben es. Das reicht ihnen. Nun wollen sie einen Schlussstrich ziehen, nicht mehr belästigt werden, endgültig. Aber warum? Warum Schlussstrich ziehen, weil man diese Schande loswerden will? Weil man die Scham loswerden will? Verrückt! Eigentlich sollten Sie die Erinnerung aufrecht erhalten, lernen was mit uns passieren kann, wie wir mit anderen umgehen, wenn Antisemitismus die Köppe vergiftet.

Lapidarium

***                                                                                                                                               EBOLA ist in der modernen Welt angekommen, wenn man so will, durch die Mobilität der Infizierten. Eine vernetzte Welt und das Virus im Gepäck. Vier Nationen sind betroffen. Sie sprechen von Epidemie. Die WHO bezeichnet die akuten Ausbrüche zum ersten Mal in ihrer Geschichte, als den größten, ernsthaftesten, und komplexesten EBOLA Ausbruch seit es vor fast Vierzig Jahren das erste Mal das Licht der Scheinwerfer erblickte. Das brisante an der Lage: das Virus sitzt nicht irgendwo in Zentral Afrika, lauernd, geduldig, abwartend und isoliert von den anderen, nein, EBOLA ist mittendrin, es erreichte mittlerweile Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es graust mir, nicht auszudenken was es dort mit einer Millionenstadt anrichten würde.                                                                                                                                               ***                                                                                                                                                  Mann, Mann, was haben die Amerikaner nicht alles falsch gemacht, in wie viele Fettnäpfchen sind sie schon getreten, wie viel Chaos haben sie hinterlassen, wie viele Tote im Dreck gelassen, und trotzdem, gerade jetzt, gegen die irren Kämfer des Islamischen Staates im Irak, wo sich kein Bürger mehr seines eigenen Leben sicher ist, denn rückwärts gewandte Kreaturen möchten ein Steinzeit Kalifat errichten, war der Bombenhagel die richtige Reaktion. Genau deshalb sympathisiere ich mit den Amerikanern. Genau deswegen, denn wenn jeder bloss empört ist, sich aufregt oder mit dem Finger in die richtige Richtung zeigt jedoch nicht handelt, handeln Sie, dieses mal auch aus vernünftigen Gründen und mit der klaren Tatsache im Gepäck, dass die Mehrheit hinter ihnen steht.                                                                                                                                     ***                                                                                                                                             Neulich bei einem Telefongespräch zwischen mir und meinem Vater, ich frage “und wie geht es so?, er antwortet, “ach, alles beim alten, die Welt dreht sich noch immer und Russland macht das seine.”.             ***                                                                                                                                                 Gestern, Vorgestern, ich weiss nicht mehr, sah ich mit Jan Nachrichten aus dem Jahre 1994. Hochaktuell und spannend. In einem Bericht ging es um Friedensgespräche zwischen Israel und Jordanien. Es trafen sich die Kontrahenten zum gemeinsamen Dinner am runden Tisch. Man sass beieinander, speiste zusammen, lachte, scherzte, klopfte sich auf die Schultern. Und Gesprächspartner, die aus irgendwelchen Gründen, sei es aus Stolz, Trauer, Hochmut oder Arroganz, sowieso nicht teilnehmen wollten, für sie wurde ständig ein Stuhl am runden Tisch freigehalten. Ein schönes Zeichen auf Augenhöhe.                               ******

koniec melanżu…

Ein Fussballclub richtig zu führen bedeutet nicht immer alle Spiele zu gewinnen, teure Leute zu verpflichten oder gar einen tollen Trainer zu haben. Es braucht mehr. Gute Organisation, ein festes professionelles Management, liquide Kassen. Das sind die Standards eines jeden Erstligisten. Die Papiere müssen sauber und ordentlich gehalten werden, wie in einer Firma. So läuft das ab. Legia Warszawa hat fast alles, gute Spieler, einen tollen Trainer, ausgesprochen anspruchsvolle Fans, und auch leider eine Vereinsführung, die sagen wir mal leicht vergesslich agiert, fast schon dumm handelt, ach was erzähl ich, Menschen eben. Überall schleichen sich Formfehler ein, grosse, kleine, miese. So und nicht anders läuft es ab. Immerhin wurde das Wichtigste erledigt. Man gewann drei Spiele. Brach Celtic das Genick. Es lief gut auf dem Feld. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Alles richtig gemacht und doch versagt. Schwer wog die Hoffnung, jetzt ist Zeit um loszulassen, das Reale zu begreifen. Auf die harte Strafe der UEFA bin ich nicht sauer. Keineswegs. Die Spieler Anmeldung, eine übliche Standard Prozedur die sich im Profifussball tagtäglich wiederholt und im Schlaf beherrscht werden sollte, sitzt scheinbar doch nicht bei jedem Verein. Legia vergass einen anzumelden, jetzt ist nun Schluss, die Strafe sitzt wie angebrannt. Bis zum nächsten Jahr Champions League, ich werde dich nicht mehr mitverfolgen.