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Victory by Fury

Die Führungsmacht der westlichen Welt hat einen neuen Präsidenten. Wie konnte das geschehen? Das Radio war an, die Nachricht traf mich, ein Erdbeben, ich musste ein zweites Mal genauer hinhorchen, die Moderatorin wiederholte es,Trump Lager gewinnt, und dann Donald T. zieht ein ins Weiße Haus. Da ist diese Nachricht und da ist diese Fassungslosigkeit. Es ist weitaus mehr als nur ein Fragezeichen, es geht darüber hinaus. Man stelle sich nur vor, so bedeutende Persönlichkeiten wie Lincoln, JeffersonWilson, Kennedy, Eisenhower, Truman plötzlich Trump, der Fremde. Keine politische Erfahrung. Null Mitgefühl starrt heraus aus ihm, keine Weisheit verbirgt sich in ihm, und Phantasie musste längst seiner Gier weichen. Eine Supermacht unter der Fittich eines Self Made Kandidaten, der das Ich über das Du hinausstellt, unter der Fittich eines Egomanen, der den berechtigten Vorwurf Lügen zu verbreiten als Ansatz dazu sieht, diese als seine Wahrheit zu vereinnahmen, so wie es ihm geradewegs passt. Unvorstellbar. Ein Demagoge und Populist vereint in einer Person und frisch gebackener 45zigster US Präsident. Es gilt die ungeschriebene Regel: ein Wahlsieg ist ein Wahlsieg.

“If we have nuclear weapons, why can’t we use them?” – Donald T.

Wird er juristische Schranken akzeptieren? Ich sage ja. Er wird es müssen. Nach dem Wahlkampf wird es ernst für Donald T., er wird unter Schmerzen feststellen, dass die Welt nicht schwarz und weiß sondern grau ist, seine Wahlversprechen werden nichtig, sie waren hohle Phrasen, die Realitäten auf den Fluren der Macht sind vom anderen Kaliber, deshalb auch wichtig, wie so ein Mensch Trump auf politische Niederlagen im Amt reagieren wird, ein Mogul zu sein bedeutet nicht Staatsmann zu sein. Unter solchen Bedingungen ist anzunehmen, dass die bisherige Tradition amerikanischer Politik und Außenpolitik einen Bruch erleidet.

Trump, grün hinter den Ohren was Politik betrifft, wird in diesem Business also möglicherweise zur Marionette mutieren, egal wie viele Berater sich um ihn scharren werden, durch seine Unkenntnis, und der Überzeugung ein guter Geschäftsmann zu sein, wird er persönlich nie ganz die Tragweite seiner Entscheidungen ermessen können, was einen traurig und ernst zugleich macht. Menschen in seinem Umfeld, die möglicherweise langfristige Interessen verfolgen, die auch vielleicht in Dekaden denken, können den Mann für ihre Zwecke manipulieren, es muss nicht passieren, jedoch lädt der Charakter Trumps dazu ein. Der perfekte Präsident wie auch ein guter Sünednbock.

Mitarbeiter des Weissen Hauses beobachten das erste Treffen zwischen Donald T. und Präsident Obama.

Wohin die USA steuern kann man nur erahnen. Unter der kommenden Regierung wird es einen Wandel nach Innen geben, die Amerikaner wenden sich ihren Problemen zu, laut Donald T. soll es einen Rückzug der USA auf sich selbst geben. Eine Entflechtung von den globalen Verbindungen. Europa wird einsamer. Es entsteht ein Vakuum. Ein Rückzug der Amerikaner ist bereits zu verspüren. Er schadet allen, nicht zuletzt den Amerikanern selbst.

Eine sensible Situation, die Welt wie eine Badewanne gefüllt mit Wasser bis zum Rand, und soeben ist ein Elefant hineingestiegen.

Die Interessen der Vereinigten Staaten überwiegen den Interessen der Weltgemeinschaft, das war mit “America First” gemeint, Donald T’s Wahlslogan. Mit solchen Sätzen locker um sich werfend wirkt er Unberechenbar. Ein Rätsel für Freund und Feind. Seine Worte stellen das westliche Bündnis in Frage. Länder, die ihre Existenz auf dem Fundament westlicher Werte aufbauten, beginnen zu zweifeln. Ist dieses Amerika noch willig Schutz zu garantieren? Nach Trump sollen die wichtigsten Staaten untereinander die wichtigsten Deals ausführen, wie früher im Büro im 16. Stock, klare Territorien, meine Einflusszone, deine Einflusszone, hier mischen wir uns nicht ein, hier mischt ihr euch nicht ein, die kleinen Länder haben wenig Mitspracherecht, doch sie außer Acht zu lassen, das führte schon mal zum Krieg.

Die Geschicke eines Landes werden durch die territoriale und die geographische Lage diktiert. Es gibt also Tatsachen, die kann der vollmundige Donald T. nicht ändern, eine gewisse Kursrichtung ist vorher bestimmt, so dies ihm sicher in den ersten Tagen klar gemacht werde.

Facial Impressions.

“Every time I speak of the haters and losers I do so with great love and affection. They cannot help the fact that they born fucked up!” – Donald T.

Tief verwurzelt, “Make America White Again” – Trump Anhänger zelebrieren ihren Traum mitten im Nirgendwo.

Es ist eine Warnung. Mit rationalen Argumenten kannst du keine Politik mehr führen. Für Argumente sind sie nicht mehr offen. Du dringst einfach nicht durch zu den Menschen. Du brauchst was leicht verdauliches. Eine gute Hook. Was wir bei der Trump Wahl gesehen haben, – Fakten haben keine Bedeutung. Sie interessieren niemanden. In Zeiten in denen die politische Kultur verwildere, ist die Empfänglichkeit von Fakten durch starke Gefühle ersetzt worden. 

“We fix it!” – Donald T.

Die Abgehängten, ihre Stimmenvergabe kann man nachvollziehen, für sie hat sich nichts verbessert, unter Obama eher verschlechtert. Warum also nicht mal einen Außenseiter wählen? Einen mit Distanz zu Politik. Das gleiche allerdings dachten auch viele US Bürger mittleren Einkommens, etliche von ihnen hoch verschuldet oder in Sorge um Hab und Gut. Die Stimme der Mittelschicht setzte auf Trump, niemand hat so recht mit ihnen gerechnet, wie den auch, sie haben sich in der Öffentlichkeit nicht als Trump Anhänger geoutet, viel mehr gaben sie sich als Unentschlossen, in Wirklichkeit fühlten sie sich bedroht, sahen in Trump das Ventil, und Trump bündelte allesamt ihre Sorgen, verknüpfte Sie, sprach exakt das, was sie hören wollten, es war wie Sex, sie waren glücklich und fühlten sich artikuliert. Und alleine darum nur geht es, die eigene Meinung bestätigt zu bekommen. In vier Jahren wird wieder gewählt.

“The New Yorker” – Zwei Cover, 8 Jahre liegen zwischen ihnen.

 

 

Japan. Hochkultur. Tradition. Selbstmorde. Viele Menschen mit vielen Problemen. Und keiner mit dem man reden kann, niemand der zuhört. In keiner anderen Industrienation begehen so viele Menschen Selbsttötung wie in Japan. Es wirkt als seien Japaner besonders anfällig. Auf einen Selbstmord kommen zehn Selbstmordversuche. Das Ganze ist komplett außer Verhältnis zum Rest der Welt. Über die Gründe wird nicht gesprochen. 300.000 Japaner haben in den letzten 10 Jahren den Freitod gewählt. Ein junger Mann mit dem Pseudonym ‘Laine’ war so jemand, er schrieb bei Twitter, er wolle sich das Leben nehmen.

*

14:19 / “Warte am Shin Koiwa”.

14:29 / “Der nächste Zug kommt erst vierzig nach?”.

14:32 / “Yukimy-Chan, es tut mir leid.” (Yukimy Sajo, die er um Verzeihung bittet, ist seine “Verlobte” aus einem angesagten japanischen Game. Sie ist 10 Jahre alt, 137 cm groß und wiegt 30 kg. Sie war sehr schwer zu erspielen, ihm gelang es).

14:35 / “Mir fehlt der Mut!”.

14:39 / Foto des Bahnsteigs samt Gleis.

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Niemand reagierte auf seine Twitter Einträge. Keine Likes. Kein Weiterleiten. Zeitgleich schrieb ‘Laine’ anonym in einem Forum für frustrierte Menschen.

14:24.27 / “Noch etwa 20 Minuten?”.

14:24.44 / “Hab das Gymnasium hinter mir, ich bin ein NEET, ein gleichgültiger Beobachter”. (NEET – Not in Education, Employment or Training. Also: ohne Ausbildung, ohne Beschäftigung, ohne Schulung. So wie etwa 560.000 tausend junger Japaner.)

14:25.04 / “Ich springe, ich springeee, ich spriiingeeee aaaaa”.

14:25.06 / “Good bye papa. Forever, mama”.

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Die meisten Selbstmorde in Tokyo werden an der U-Bahn Haltestelle “Nishi-Hachioji” und “Shin-Koiwa” verübt. An diesen beiden Stationen wählen im Jahr sehr viele Menschen den Schienensuizid. Aktueller ‘Spot’ laut Medien ist “Shin-Koiwa”. Der Express Richtung Flughafen “Narita”, bis zu 130 km/h schnell, fährt hier regelmäßig vorbei. Ein sicherer Tot. Keine Kurven, nur eine gerade Strecke, der Zug fährt mit vollem Tempo und ohne Halt zu machen durch. Den Ort nennen die Japaner ehrfürchtig “Haltestelle der Selbstmörder”

‘Suicide Spot’

 

‘Jinshin Jiko’ – Unfall mit Personenbeteiligung.

Jeder Japaner kam schon unfreiwillig mit dem Jinshin Jiko (wörtlich: Unfall mit Beteiligung von Personen) in Berührung. Wenn der Zug anhalten muss, weil sich jemand auf die Gleise geworfen hat, so interessiert das kaum jemanden. Die Leute starren weiter auf ihre Bildschirme, spielen ein weiteres Level ‘Candy Crush’, oder schlafen einfach. Rote Buchstaben auf kleinen Monitoren informieren die Passagiere in den Waggons darüber, dass eine weitere Seele den Freitod wählte.  Sie leuchten in die Leere. Für die Angestellten des Bahnhofs ist dies schon Routine. Viele Zugführer sind schockiert, werden mit dem Erlebten nicht mehr fertig, werden in ihren Träumen heimgesucht vom berüchtigten ‘letzten Blick’ des Opfers. Sie wechseln in die Administration. Das Wichtigste dabei ist es sie in der Firma einzusperren, damit Sie ihr Trauma nicht anderen erzählen. Bei “Japan Rail” gibt es keine psychologische Unterstützung. Was bleibt einem übrig? Man beißt die Zähne zusammen und macht weiter. Schwäche zeigen gilt in Japan als ‘no go’.

Suizide sind für viele Japaner eine Art Attraktion. Sie zücken die Smartphones. Machen Bilder der Körperteile. Sie filmen die Aufräumarbeiten. Sie teilen ihr Erlebtes online mit anderen Menschen. Vor kurzem entstand eine Dienstleistung daraus. Alle Selbstmorde werden auf einer online Karte gespeichert und markiert. Bahnhof, Linie, Zuständigkeitsgebiet. Die Fans von “Jinshin Jiko” werden so 24/7 über die neusten Ereignisse am laufenden gehalten. Japanische Medien berichten live vom Tatort, nennen die Art, wie jemand sich umgebracht hat und den richtigen Namen des Opfers. Das fasziniert Nachahmer. Selbstmord als eine Art das Publikum zu unterhalten.

Das Grauen das dem Körper angetan wird, wird nie gezeigt.

Die meisten Menschen nahmen sich das Leben Ende März. Am 1 April beginnt das neue Schuljahr, neue Arbeitsverträge werden unterschrieben oder aufgekündigt. Diejenigen, die auf der Strecke bleiben, keinen neuen Vertrag abbekommen, müssen ein weiteres Jahr auf ihre Chance warten und viele wollen nicht mehr warten. Sie sind es satt. Sie haben schon etliche Jahre damit verbracht zu warten. Nun wurden Sie zu “Ronin”, zu herrenlosen Samurais. Sie gehören keiner Firma und keiner Schule an. Sie haben kein Auskommen, können nicht für sich sorgen, sie schämen sich ihre Nächsten um Hilfe zu bitten. Sie verfallen in eine Depression und über die wird in Japan nicht gesprochen, das gehört sich nicht.

Die nächste Welle der Selbsttötung erfolgt im Mai. Diesmal trifft es die, die es scheinbar geschafft haben. Sie haben einen Job und ackern von morgens bis abends, 24/7, ohne Pausen, ohne zu verschnaufen, das alles um der Welt zu zeigen wie hart sie sind. Sie reissen Überstunden, schlafen wenige Stunden am Tag, meistens auf dem Weg zu und von der Arbeit. Ein Höllenkreislauf. Nicht viele halten da durch. Man greift zum Alkohol. Drogen. Erliegt der Spielsucht. Wahre Erleichterung verschafft der ersehnte Sprung. Die Japaner nennen es -  “die Mai Erkrankung”.

Die letzte Welle erfolgt Ende Dezember. Neujahr (shōgatsu) , das wichtigste Fest in Japan das Pendant zum Weihnachtsfest. Diese Zeit der Besinnung verbringt man im Schoße der Familie. In diesen Tagen fällt es besonders vielen schwer gegenüber ihren Liebsten das Gesicht zu wahren. Sie brechen unter dem Druck zusammen, verstellen können sie sich nicht mehr.

Ohne Schuhe.

Abgeschirmt in den vertrauten vier Wänden des Miniatur Apartment wagen viele den Ausstieg für immer. Andere springen von der Brücke oder erhängen sich im berühmten Wald der Selbstmörder. Etliche Bücher verhalfen dem Aokigahara Wald zur Weltberühmtheit.

Touristenattraktion und Naturdenkmal – der Aokigahara Wald am Fuß des Fuji.

1993 schrieb Wataru Tsurumi darüber in seinem Kult Buch “Das Komplette Selbstmordhandbuch”, er nannte den Wald, den idealen Ort zum sterben. Darüber hinaus präsentierte er im Buch ausführlich elf Möglichkeiten sich das Leben zu nehmen. Detailliert beschreibt er Methoden, deren Erfolgsraten, den Schmerz, den sie verursachen und die Verfassung des Körpers danach. Diese Anleitung verhilft zum schnellen Tod. Über eine Million Exemplare wurden schon verkauft. Es hat also einen gewissen Einfluss. Es macht Selbstmord zu einer attraktiven Lösung.

Tod ist immer ein Bestseller – The Complete Manual of Suicide, 198 Seiten.

Es gibt aber auch welche, deren Freitod nicht unbeobachtet sein soll. Solche Menschen springen am helllichten Tag einfach vor den Zug. In der Metropole Tokyo gibt es etliche Stationen. Und jährlich kommen etliche unter die Räder. Mehrheitlich sind es vor allem Bahnsuizide. Unter ihnen sind viele Corporate Mitarbeiter, – die “Salarymen”. Gleichermaßen Frauen wie Männer.

Die “Salarymen”

In dieser Branche herrscht Geschlechtergleichheit.

Manche Selbstmörder ziehen die Schuhe aus. Ein aller letztes Mal. In Japan gilt es als selbstverständlich vor dem betreten eines Wohnraumes sich die Schuhe auszuziehen. Im Internet finden sich Tatort Fotos und auf ihnen Herrenlose Schuhe. Foren User kommentieren die Bilder: Es wäre schade um die schönen Schuhe, besonders um die schicke Marke.

Thunfisch.

Im Raum Tokyo und Umgebung gibt es viele Personenbeförderer, die größte von allen ist die “Japan Rail”. Sie bringt von A nach B täglich über eine Million Passagiere. Die Mitarbeiter der JR nehmen jährlich an speziellen Schulungen teil. Sie lernen, wie sie erkennen können, dass sich jemand das Leben nehmen will. Es werden ihnen keine psychologischen Lehren beigebracht, auch lernen sie nicht wie sie mit solch einer Person reden sollen. Die Zugführer wissen nicht was sie zu einem Suiziden sagen sollen. Sie beten bloß im Geiste, dass während ihrer Schicht keine Unfälle mit Personenbeteiligung geschehen mögen. 

Dicht an dicht in der Tokioter U-Bahn.

Jeder unnötige Halt bedeutet Verspätung auch für andere Züge. Ebenfalls Verspätung für tausende von Passagieren. Sie bekommen für noch so kleine Verspätungen, besonders während der Rush Hour, an der Haltestelle einen Nachweis ausgedruckt, diesen kann man seinem Arbeitgeber vorzeigen.

In der Regel befindet sich alles was man zum Säubern eines Tatortes braucht in einem kleinen schwarzen Koffer, genannt “Kit für Unfälle mit Personenbeteiligung”. Latex Handschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel, ein Spray zur Reinging von Blut, hellblauer Einweg Ganzkörper Overall,  gelbes Absperrband mit der Aufschrift “Zutritt verboten”, Plastikfolien und drei spezielle Tafeln um Bestimmungsorte zu bestimmen: Stillstand des Zuges, den erster nahen Zeugen, die Leiche.

Das Wegschaffen des Toten plus Reinigung nimmt etwa 20 Minuten in Anspruch. Die drei jüngeren Mitarbeiter holen ihr Gerät und beginnen mit der Arbeit. Alles wird streng observiert durch den Veteranen, ein Mann mit Erfahrung in solchen Sachen. Man gewöhnt sich schnell an den Job. Irgendwann ist alles Routine. Die Veteranen nennen die zerfetzten Leichenstücke Thunfisch (Maguro). Sie sagen es ist dann einfacher damit klarzukommen. “Es sind nur Teile eines prächtigen Thunfisches”, wiederholen sie und bespritzen die Fetzten mit einem Mittel. “Nur ein Thunfisch”. “Maguro”.

Am schlimmsten ist es, wenn die Leute vor ein Schnellexpress springen, die Körperteile sind dann überall weit verstreut, niemals gelingt es alles vollständig wegzuräumen. Es fliesst literweise Reinigungsmittel, man sammelt das ein was mit dem bloßen Auge erkennbar ist, und versprüht Lufterfrischter in die Atmosphäre. Es gibt keine Zeit für Details. Nachts werden die Gleise ein zweites Mal gereinigt. Eine Grundsäuberung erfolgt zwei Mal im Monat.

20 Minuten Reinigung, 40 Minuten für Zuginspektion, Gleisinspektion und wegschaffen der Gaffer. Insgesamt eine Stunde. So lange benötigen Sie, um alles wieder ins Lot zu bringen, bis wieder jemand den nächsten Sprung wagt. Nur eine Frage der Zeit.

‘Suicuide’ Prävention.

Aus den Boxen ertönt eine seichte Melodie gefolgt von Vogelgezwitscher. Die Station “Shin-Koiwa” erwacht aus der Trance, auf den riesigen Bildschirmen strahlt in der Sonne der Ozean, schwimmende Delfine durchqueren ihn. Ein anderer Bildschirm daneben: Berge, Seen, Pferde.  Alles wird versucht um dir den Sprung aus dem Kopf zu vertreiben. Die JR Mitarbeiter verteilen kostenlose Taschentücher auf ihnen steht geschrieben: Wenn du schon nicht lachen kannst, dann rede wenigstens mit jemanden.

Sollen dich auf andere Gedanken bringen.

Taschentücher mit Symbolkraft.

An der Wand steht groß die Nummer einer Lebenshilfe. Auf einem Plakat steht etwas über einen speziellen Alarmschalter, welcher imstande ist den Zug anzuhalten und Menschenleben zu retten. Es gibt eine Attrappe, man kann sie zu Übungszwecken schon mal betätigen, wird es dann wirklich ernst, reagiert kaum einer.

Japan Rail testet immer wieder neue Ideen um das Suizid Problem in den Griff zu kriegen. Sie installieren grosse Spiegel an den Haltestellen, die Wiedererkennung soll den Drang zur Selbsttötung verjagen. Die Meisten springen gleich zur Anfang der Haltestelle, wenn der Zug einfährt. Man brachte an vielen Stationen blaue Lichter an. Farbpsychologen sind überzeugt – das blaue Licht beruhigt, man relaxt, Blau suggeriert Himmel und Meer. So verwerflich ist es nicht. Seit dieser Maßnahme ist die Selbstmord Rate auf Bahnhöfen erheblich gesunken.

Blaues Licht. Schaut man ins ‘blaue Licht’ wird alles gut.

Auf Dauer jedoch wird es in einem Land wie Japan, wo Jobverlust gleich zu setzten ist mit einem Gesichtsverlust, und der Gang zum Psychologen als Schande gilt, blaues Licht oder Spiegel Installationen wenig ausrichten gegen die Massen an Suizid Willigen. Immer mehr Menschen wählen die Hotline der Lebenshilfe. 7000 Volluntere der Organisation “Inochi no Denwa” (Lifeline) bearbeiten jährlich etwa 700 tausend Telefonanfragen. Bei vielen Anrufern wurde schon Depression diagnostiziert, etwa 80% Prozent schmeissen regelmäßig Medikamente ein. Sie wollen einfach nur reden, wissen aber nicht mit wem. Wer in Japan die Nummer der Telefonseelsorge wählt, muss geduldig sein, muss es 30 – 40 Mal probieren, es ist ständig besetzt. Die Organisation “Lifelink” nennt als wichtigsten Grund für Suizid, den Verlust des Arbeitsplatzes. Menschen zweiter Klasse. Menschen ohne Gesichter. Menschen ohne Würde. Sie kommen nicht zu recht mit der Karriere, mit der Schufterei von früh bis spät, Tag für Tag, Monat für Monat, allesamt Opfer der “gruppenzwangbedingten Überstunden”. In Wahrheit hast du eigentlich nichts mehr zu tun, aber deine Kollegen sehen nicht so aus als würden sie bald nach Hause gehen, noch keine Feierabend-Stimmung, also arbeitest du weiter im Einklang mit den anderen.

Schuldenproblematik.

Zum Trend ist es geworden eine Lebensversicherung abzuschließen, um sich danach gleich vor den nächsten Zug zu schmeißen. Der Familie wird danach sofort Geld ausgezahlt. Geld mit welchem die Hypothek abbezahlt werden kann, die Ausbildung der Kinder garantiert werden kann. Die Behörden haben reagiert, Lebensversicherungen wurden mit einer 1-jährigen Freistellungsfrist versehen. Du musst also 1 Jahr warten um dir das Leben zu nehmen. Für Verzweifelte immer noch ein gutes Geschäft. Selbstmord als Weg Eigenverantwortung zu zeigen, es zeigt deine Aufrichtigkeit, dass es dir wirklich leid tut. Verschiedene Darlehen und der damit Verbundene Druck haben einen enormen Einfluss auf die Selbstmordrate.

Die Stadt Toyota hat mit Abstand die höchste Suizidrate. Die Toyota Motor Corporation hat ihren Sitz hier, bekannt für ihr berühmtes Produktionssystem – das TPS Toyota Produktionssystem, der Weg zur Steigerung der Rentabilität oder die Art Verschwendung zu vermeiden. Das System eliminiert die drei M’s. : Schwierigkeiten (muri), Unebenheiten (mura), sinnlose Tätigkeit (muda).

Toyota Mitarbeiter während einer Zeremonie.

 Mitarbeitern gönnt man regelmäßig körperliche Untersuchungen, es gibt Projekte für Raucherentwöhnung, Kurse über die gesunde Ernährung. Doch erst 2013 fing Toyota an mit Programmen zu Stressabbau. Davor galten gestresste Mitarbeiter als Charakterschwach. In den nächsten Jahren sank die Selbstmordrate in der Stadt. Im Jahr 2011 – 100 Tote. Im jahr 2013 – 70 Tote. Die Foren sind trotz dessen weiterhin voller Tragödien zum Thema Selbstmord durch Überarbeitung.

Teure Rechnung.

Für Angehörige fängt nach dem Tod ihrer Liebsten die Trauer an. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, schickt ihnen das Zugunternehmen eine Rechnung ins Haus (!). Eigens dafür gibt es einen Manager für Personenschäden. Ein Bahnsuizid im Raum Tokyo kostet das Unternehmen ca. 500.000 Euro. Die Rechnung begründet sich so: Instandsetzung des Zuges, der Gleise, Kosten für Verspätungen, Kosten für Inbetriebnahme eines Ersatzzuges. Die Angehörigen des Toten bekommen ein Ticket von über 45.000 Euro. Dieses Geld stellt die Firma der Familie in Rechnung – Kosten für die Reinigung des Unfalls. In der japanischen Gesellschaft trägt die Familie die Verantwortung. Bringt sich jemand in einer Mietwohnung um, verlangt der Vermieter ebenfalls das Geld der Familie, um angeblich böse Geister aus der Wohnung zu vertreiben, dafür benötigt man natürlich einen Exorzismus. Eine furchtbare Denkweise. Viele zahlen dennoch.

Über die Alten

Die Alten haben diese Stadt fest im Griff. Sie haben das Sagen. Hier sind sie in der Mehrheit. Vieles passt sich ihnen an. Gelungen ist es die Jungen zu vertreiben und somit der Stadt den Stempel der Alten aufzuzwingen. Die bequemen Übergebliebenen haben sich nie gegen diese Übermacht gestellt. Wozu auch? Sie waren zugegeben nie eine ernsthafte Gefahr, geschweige den eine stabile Opposition. Stattdessen wählten Sie den anderen Weg, den der Anpassung, sie setzten die Rebellion einfach aus.  Die Tragik daraus ist ein Dilemma welches wie ein Schleier kaiserlicher Ordnung über der Stadt liegt, selbst die Zeit fügt sich dem anspruchslos. Tatsächlich, die Alten haben es geschafft die Zeit auszutricksen.   Sie haben sich ein Freiraum Gehege gebaut und zu ihrem Sitz ernannt. Hier, in ihrem eigenen Universum sind sie die Könige.

Sie hören alles, sie sehen alles, sie sind über belangloses bestens informiert. Ihre Armee – die Handwerker – durchziehen flink mit ihren Firmenwagen das gesamte Stadtnetz. Wie losgelassene Arbeitsbienen durchziehen sie die gesamte Stadt und heben alles aus den Angeln was zu richten ist. Sie dienen damit die Umgebung den Normen anzugleichen. Sie halten die Fassade aufrecht, rasen von A nach B und vielmehr gleichen sie kleinen Rettungswägen, die die fast tote Stadt überall wiederbeleben müssen.  

 Die gute friesische Meeresluft zieht die Alten an, wie das Licht die Motten. Die Filialen der Bäcker Firmen haben das längst begriffen, ihre zahlreichen Zweigstellen, mittlerweile zu angesagten Hot Spots mutiert, verschönern das Stadtbild und geben jeder Straßenecke das Image einer belebten Einkaufsstraße wieder.

Bäckereien sind für die Alten so was wie Tankstellen an denen sie ihre Rollatoren und Lebensenergie aufladen können, nebenbei trifft man die, die man schon gestern getroffen hat, hält ein Schwätzchen, trinkt literweise Kaffee und schimpft und lacht gleichzeitig. Oft sitzen sie Stunden gemeinsam an einem Tisch und harren weise die Zeit aus ohne je ein Wort mit ihrem gegenüber gewechselt zu haben. Ich weiß es, ich beobachte es.

 

Ebenso wie die Bäcker sind es die Apotheken die den Wandel der Zeit in WHV mitbekommen haben. Ihre Filialen, ebenso zahlreich über der Stadt verteilt wie griechische Restaurants,  werden gut besucht. Verständlich, es lohnt sich.  Der Alte läuft nicht gerne weit bis zu seinem Ziel, den einen langen Weg hat er sich nicht verdient. Er möchte das genießen, was ihm versprochen wurde, wofür er eingezahlt hat, doch seine Psyche, sein Körper, sie sind oft nicht bereit dem nachzukommen was ihm versprochen wurde, da sie doch selber Tribut einfordern für damals, na für die verbrauchten Lebensjahre davor. Verständlich.

Die letzten Tage sollen so verbracht werden, wie es die Bilder im Kopf einem schon immer eingeprägt haben, und bloß nicht wie es die Angst einem schon immer eingeprügelt hat, dass man nämlich in Armut seine letzten Edenjahre verbringt. Angst ist ein ständiger Begleiter besonders der Alten. Angst hatte Chance zu wachsen, den das was verfestigt wurde, begann mit der Angst. Ablegen können sie es nicht mehr. Sich damit zu arrangieren kostet Kraft.

Einen inneren Konflikt vermeiden sie lieber, den das Löschen hat schon Kraft gekostet, wie soll man das dann mit dem Schutt abräumen erst schaffen.

Ein Kreislauf der geistigen Müdigkeit.  Und immer zu einer gewissen Stunde verlässt keiner mehr das Haus. Die sogenannte selbst verhängte Ausgangssperre zeigt ihre Wirkung. Jeder hält sich daran. Auch die Handwerker.  Die Alten kommen damit durch, den es fehlen die richtigen Hände um sich die Nacht zu greifen.

Mensch, Maschine

 

Die Furcht davor überflüssig zu werden

Die billigste Kraft wird bald durch die billigste Maschine ersetzt, die Unqualifizierten werden durch Algorithmen ersetzt, dank der digitalen Revolution. Rasenmäher-Roboter, Roboter gestützte Prostata Operationen, Sex-Roboter, bewaffnete Polizei-Roboter, fahrende Paket-Roboter oder Grill-Roboter. Der Technologie-Boom ergreift den Planeten. Die Automatisierung hält ein. Selbstfahrende Autos sind hier nur der Anfang. Neue Chancen, oder die daraus entstehenden Möglichkeiten fallen oft unter den Tisch. Stattdessen herrscht die Hysterie, die Befürchtung der Konkurrent Maschine sorgt für arbeitslose Hände. 


Prognosen und Studien legen nahe: bereits bis 2030 werden in den USA 47 Prozent aller Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen. Banker, Logistiker, Anwälte und Verwaltungsangestellte, – adieu Jobs, willkommen Maschinen. Die britische Zentralbank hat vor kurzem ausgerechnet, dass in Großbritannien ca. 15 Millionen Arbeitsplätze wegfallen.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts befasste man sich mit dem Thema “Robotisierung” / “Automatisierung”

Automatisierung pur. Tesla Fabrik in Fremont, Calif. Quelle N.Y. Times

In der BRD wären etwa 10 Millionen Jobs gefährdet. Es ist das Ende der Arbeit und eben das macht enorm viel Arbeit. Martin Ford schreibt in seinem Buch The Lights in the Tunnel, – die Leistungsfähigkeit von Computern wachse so schnell, dass sie irgendwann selbstgenügsam werden und ohne Menschen funktionieren.

Industrie 4.0

Schon jetzt sind einige Industriebereiche komplett in Roboter Händen. Apple schraubt bereits an next Generation Robotern herum, die sollen, so der Plan dahinter, völlig selbstständig Smartphones zusammen schrauben, und nebenbei die Arbeitskosten senken, welche sich seit 2010 mehr als verdoppelt haben. Der Übergang hat also schon längst begonnen. Die Smart-Factories stehen bereits.

Und der Kapitalismus?

Der wirft kaum noch Jobs ab. Sein Wachstumsfetisch scheint in einer finalen Phase angelangt zu sein. Eine Kernsanierung des Kapitalismus ist dringend nötig. Mehr Effizienz, mehr Produktion und mehr Reichtum, Slogans, die schon lange ihren Höhepunkt erreicht haben. Am Ende geht es kaum um Technologie, Arbeitsplätze oder den Kampf Mensch v.s. Maschine. Am Ende geht es um soziale Fragen: was geschieht mit den Werten und dem Reichtum, die durch Automatisierung geschaffen werden?


Würde man beispielsweise die Maschinen in den Fabriken besteuern, das Geld in einem großen Topf sammeln, und es an die Allgemeinheit verteilen, wäre es eine Möglichkeit die Risiken einzudämmen. Wir brauchen den Begriff Roboter-Steuer! Diese könnte man koppeln an das bedingungslose Grundeinkommen. Es könnte traumhaft für uns ausgehen, eine 3 Tage Arbeitswoche (4 – 5 Stunden) wäre möglich. The Rise of The Robots muss kein Bedrohungs- Szenario sein. Extrem wichtig, diejenigen mitnehmen, die auf der Strecke bleiben. Die Verhältnisse auf der Welt, dank der digitalen Revolution, verändern sich im atemberaubenden Tempo, viele halten da nicht mit.

Sind smarte Maschinen die besseren Menschen?

Maschinen lernen zu Entscheiden. Eine Frage der Zeit, wann sie fühlen lernen. Mittlerweile gibt es Computer die Emotionen bei Menschen beobachten und sie besser erkennen können, sogar besser als Menschen. Sie analysieren die Gesichtsbewegungen ihres Gegenüber, die menschliche Stimme, das volle Programm. In Japan sind in Hotels Androiden im Einsatz, so sitzen sie beispielsweise am Empfang, bereit den Gästen jeden Wusch zu erfüllen.

Android an der Rezeption im “Henn Na” Hotel // Sasebo, JAPAN

 

 

 

 

 

BINA 48

Wir haben verlernt zu weinen

Krakau war geschmückt. 180 Nationen unterwegs in den Strassen der Stadt. Zum diesjährigen Weltjugendtag kam er nach Polen – Papst Franziskus, und er brachte eine glasklare Botschaft mit: überwindet eure Vorurteile, schottet euch nicht ab, übt Barmherzigkeit selbst dann, wenn man euch nicht mit Barmherzigkeit begegnet. 

 

Die Herzen der jungen Generation erobert.

Man könnte meinen der Besuch sei ein Heimspiel für ihn, doch dem war nicht ganz so. Ein Spannungsbogen überschattete seine Reise an die Weichsel. Seine unkonventionelle Art passt nicht jedem. Vorab kritisierte Franziskus die Politik der Warschauer Regierung keine muslimischen Flüchtlinge ins Land zu lassen. Mehrfach forderte Franziskus die Nationalkonservativen indirekt auf die Flüchtlingspolitik zu ändern. Die meisten Polen lehnen die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge ab. 

“Die Frage der Migration verlange von uns Klugheit und Barmherzigkeit damit wir Ängste überwinden und das höchste Gut verwirklichen.”

Das brachte dem Pontifex viel Respekt, aber auch stille Kritik. Manchen Polen ist er einfach nicht Päpstlich genug. Erzkonservativen ist er zu liberal, zu direkt, zu unmittelbar. Viele, vor allem junge Herzen im Lande hat er dennoch erobert, mit seiner Art, seiner Besonnenheit, seiner Gelassenheit. Die Akzente die er setzt werden wahrgenommen. Seiner eigenen Kirche hält Franziskus oft den Spiegel vor.   

Hautnah bei den Menschen – der Papst in der Tram

Keine Abschottung, keine Ausgrenzung. Die jungen Menschen verstehen seine Botschaft.  Die Doktrin der Barmherzigkeit wirkt nicht aufgesetzt. 

“Wir Erwachsenen brauchen euch. Ihr müsst uns beibringen wie man in Verschiedenheit zusammenlebt, so wie ihr es in diesen Tagen macht. Wie sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen begegnen, sich einander mitteilen und dies nicht als Bedrohung sondern als Chance erfahren.”

“Aus Furcht oder aus Bequemlichkeit sich abzugrenzen, komme für die Kirche nicht in Frage. Jeder, der sich entschieden habe Barmherzigkeit zu leben sollte folglich keine Zeit damit vergeuden eine sichere und gut bezahlte Zukunft zu planen, damit er nicht in die Gefahr der Abschottung gerate.”

Die Vielfalt der Kulturen als Chance begreifen.

Die Vielfalt der Kulturen als Chance zu begreifen sei wichtig, ebenso sei es von grosser Bedeutung den Hass auf der Welt mit Brüderlichkeit zu begegnenen, dies sei die richtige Antwort auf Terror. 

“Liebe junge Freunde, wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu vegetieren, um es uns bequem zu machen, um aus dem Leben ein Sofa zu machen, das uns einschläfert”.

Die Kernbotschaft wiederholte Franziskus immer und immer wieder, egal wo er hinkam. Es sei schließlich eine Kernaufgabe der Christen Hilfesuchenden die Hand zu reichen, Flüchtenden zu helfen, dies sei wahre Barmherzigkeit. Ein Appell das Gehör fand.

Die Stille von Auschwitz

Das dritte Oberhaupt der katholischen Kirche besuchte auch das deutsche Vernichtungslager Auschwitz – Birkenau. Er setzte dem Besuch seinen eigenen Akzent. Es war ein schwerer Gang. Franziskus begegnete dem Ort mit Stille, mit Gebet und Reflexion. Eine zeichenhafte Haltung angesichts der unaussprechlichen Grausamkeiten die an diesem Ort verübt wurden.

Franziskus erinnert an die Menschen die heute inhaftiert und gefoltert werden. Immer wieder bittet er die Teilnehmer des Weltjugendtags für die Opfer von Terror und Gewalt zu beten. Es sind die stillen Momente während der Gottesdienste, die die Jugendlichen ergreifen und die neben der Lebendigkeit der Feiern stehen.