Srebrenica – 20 years later

 

Srebrenica. 11. Juli 1995. Genozid. Massengräber. Tiefe Wunden. Wie tief die Wunden sind erfuhr der serbische Premier am eigenen Leib. Herr Vucic, legte Blumen nieder, dann wurde er gnadenlos ausgebuht und mit Gegenständen beschmissen, seine Brille musste daran glauben, und so entschied er Srebrenica vorzeitig zu verlassen. Immerhin ein erster Schritt: er war da.

Kein Platz für Serbien also, zu sehr wirkte es wie eine Inszenierung, wie eine Heuchelei. Die Menschen in Bosnien haben gute Gründe ihre Trauer nicht mit den Serben zu teilen. Bis zum heutigen Tage, nach über 20 Jahren, ist eine politische Verantwortung, eine militärische Verantwortung, eine offizielle Anerkennung der Taten ausgeblieben. Für die Opfer schlicht unfassbar. Hilfen, finanzielle Entschädigungen, Reperaturen, wurden nicht angeboten oder ausbezahlt. Man hat das Gefühl Serbien geht nur einen halben Weg voran, drückt sich und nimmt nur zähneknirschend an der Aufarbeitung teil. Noch immer wollen sie in Belgrad das Wort Völkermord nicht hören. Für die Menschen in Bosnien ist solch ein serbischer Unwille in Anbetracht der Monstrosität des Geschehenen zutiefst abscheulich. 

Noch immer laufen Kriegsverbrecher in Serbien unbehelligt herum. Viele waren direkt oder indirekt am Bürgerkrieg beteiligt und sitzen zum Teil im Parlament. Nur wenige sind verfolgt und vor ein internationales Gericht gezerrt worden. Das Land hat aus eigener Kraft kaum was in Bewegung gesetzt, erst unter internationalem Druck kam Fahrt in die Ermittlungen. Miliz Chef “Arkan”, verantwortlich für furchtbare Gräueltaten und mittlerweile in der Hölle, gilt für viele immer noch als Held, als Erretter der serbischen Nation - “Srpski Heroj”, ebenso wie der Schlächter “General” Mladic oder der zutiefst gestörte Radovan Karadzic, beide warten in Den Haag auf ihr Urteil. 

Unterdessen werden in Srebrenica bis heute noch Leichen identifiziert. Bis heute erscheinen Angehörige um ihre Toten zu benennen. Endlich können sie Gewissheit haben, endlich ihre Angehörigen anständig begraben, nach so vielen Jahren, endlich sich verabschieden.

Die Feuerwehr der Welt, die UN, hat gnadenlos versagt. Alles falsch gemacht was man hätte falsch machen können. Dumm sei man gewesen, Fehler habe man begangen, so die späte Einsicht, den während Verbrechen begangen wurden, musste sich die Weltgemeinschaft “abstimmen” – der Preis des Mehrheitsprinzips. Die Schandflecke Srebrenica und Ruanda bleiben. Dunkle rote Flecken, unübersehbar, sie zieren die Karte der Organisation für immer.